Wo und wie finde ich meinen Traumhund?

Du erfüllst alle Voraussetzungen, um einen Hund zu halten? (wenn du dir nicht sicher bist, lies lieber noch einmal im verlinkten Beitrag nach). Dann besteht der nächste Schritt darin, deinen Traumhund zu finden. Zuerst solltest du für dich ein paar Kriterien zusammenstellen, die der Hund erfüllen soll:

Wie groß, wie schwer und wie aktiv sollte das Tier maximal sein?

Das ist vor allem wichtig, wenn du in einer eher kleinen Stadtwohnung wohnst. Hunde mit viel Bewegungsdrang wie beispielsweise Border Collies oder Australien Shepards sowie Jagdhunde etc. sind dafür absolut ungeeignet! Deutsche Doggen benötigen nicht so viel Bewegung, aber viel Platz in der Wohnung und haben allein durch ihre Größe das Potenzial, die Nachbarn zu erschrecken und nachhaltig zu verstören.

Welpe oder ausgewachsen?

Welpen sind in aller Regel und glaublich süß und lassen sich dazu nach eigenen Vorstellungen und Wünschen erziehen. Das ist bei einem älteren Tier nicht mehr so einfach möglich. Dafür sind ältere Hunde bereits stubenrein und vielleicht auch schon daran gewöhnt, mal allein zu bleiben. Wer berufstätig ist und von vorne herein weiß, dass er den Hund schon bald allein lassen muss, sollte sich gut überlegen, ob es wirklich ein Welpe sein muss.

Ein Hund aus dem Tierheim?

Vielleicht hast du ja auch schon eine konkrete Vorstellung, was für eine Art Hund es sein soll – zum Beispiel, weil du Pudel mega süß oder Irish Setter mega elegant findest. Oder ist das dir nicht so wichtig?

Egal, ob du dir einen Rassehund oder einen Mischling anschaffen möchtest, und egal, wie alt dieser sein soll: ich möchte dir gerne ans Herz legen, zuerst in den Tierheimen deiner Umgebung anzufragen, ob etwas für dich dabei ist. Vielleicht gibt es ja gerade Welpen, die deinen Wünschen entsprechen, oder vielleicht auch Tiere, die erst wenige Monate alt sind. Diese Hunde haben einen schweren Start ins Leben und du tust etwas Gutes, wenn du dich ihrer annimmst.

Für Anfänger: Welpe oder Senior

Bei halbstarken und agilen Tieren aus dem Tierheim sieht es möglicherweise anders aus. Diese werden oft abgegeben, weil sie krank sind oder der Besitzer nicht mit ihnen zurechtgekommen ist. Dabei handelt es sich dann oft um Rüden großer Rassen, zum Beispiel Schäferhunde oder Malinois. Diese Tiere sind dann unerzogen, möglicherweise auch aggressiv und benötigen ein hundeerfahrenes Herrchen, um dies auszugleichen zu können.

Ein rüstiger Seniorenhund aus dem Tierheim kann andererseits auch für Hundehalter-Anfänger geeignet sein. Dieser ist möglicherweise ruhiger und ausgeglichener und freut sich, wenn er auch mal allein ist oder in Ruhe im Büro schlafen kann. Hier können aber natürlich auch höhere Tierarztkosten zu Buche schlagen.

Klassische Stadt- und Modehunde wie Möpse oder Chihuahuas findest du normalerweise nur dann im Tierheim, wenn etwas an ihnen nicht der Norm entspricht, da sie sonst eher direkt (zum Beispiel über Kleinanzeigen) verkauft werden.

Was ist mit importierten Straßenhunden?

In vielen Ländern leben Hunde, denen es nicht so gut geht wie bei uns. In Spanien werden Hunde teilweise gequält und regelrecht gefoltert (vgl. Spanische Windhunde in Not). In Italien, Griechenland, Rumänien und auf dem Balkan leben zahlreiche Straßenhunde. Auch in diesen Ländern sind Vereine tätig, mit dem Ziel, den Hunden vor Ort zu helfen. Teilweise werden geeignete Hunde auch nach Deutschland vermittelt. Diese Tiere haben in der Regel schlechte Erfahrung mit Menschen gemacht und sind ehr ängstlich, aggressiv und unberechenbar. Hier ist möglicherweise viel Geduld und Einfühlungsvermögen gefragt, und vielleicht wird das Tier nie zu einem „alltagstauglichen“ Begleithund. Anders sieht es aus, wenn du im Ausland direkt von der Straße weg einen aufgeschlossenen Hund adoptierst. Wenn dieser keine schlechten Erfahrungen in einem Hundezwinger gemacht hat und positiv auf dich zugeht, kann ein solcher Straßenhund ein absolut treuer und verlässlicher Begleiter sein, der dazu gut sozialisiert ist.

Mehr lesen: Straßenhunde aus dem Ausland adoptieren

Vorkontrolle des Tierheims

Seriöse Tierheime überprüfen deine Lebensverhältnisse, bevor du einen Hund erwerben darfst. Teilweise besuchen sie dich sogar zu Hause – sowohl vor dem Kauf als auch danach. Im Zweifelsfall können sie sich auch weigern, dir ein Tier anzuvertrauen – zum Beispiel, wenn sie das Gefühl haben, dass das Tier zu lange allein in der Wohnung ist. Bei größeren Hunden ist dazu ein Garten wichtig und kann ein entscheidendes Kriterium sein, ob du den Hund bekommst. Im Zweifelsfall werden sie dir tatsächlich eher keinen Hund mitgeben. Das ist aber völlig legitim – schließlich wollen sie nicht, dass der Hund schon nach wenigen Wochen wieder zurückgegeben wird.

Kleinanzeigen und Facebook

Was, wenn das Tierheim dir keinen Hund anvertrauen will? Natürlich solltest du dich dann fragen, ob es nicht vielleicht einen wirklich triftigen Grund gibt. Doch was, wenn du zwar viel unterwegs bist, aber deinen Hund zum Beispiel in eine Hundetagesbetreuung geben möchtest? Das Tierheim wird dir dann vielleicht keinen Hund geben, aber du kannst dich natürlich anderweitig umsehen.

Ein großes Angebot an Hunden findest du beisielsweise auf Kleinanzeigen-Portalen wie eBay und Quoka, im Anzeigenteil deiner Zeitung oder auch in Facebook-Gruppen. Dabei inserieren teilweise auch Tierheime und Tierschutzvereine, aber auch Züchter und Leute, die eher unfreiwillig zu einem Haufen Welpen gekommen sind.

Rassehunde vom Züchter

Vielleicht gibt es trotz allem jedoch diese eine Hunderasse, für die dein Herz schlägt, oder ein bestimmter Hundetypus, der es unbedingt sein soll, zum Beispiel ein Mops, ein Schäferhund oder eine Deutsche Dogge? Etwas Geduld solltest du dann aufwenden, um einen passenden und seriösen Züchter für deine Rasse zu finden.

Kein Hund aus einer Qualzucht!

Leider gibt es viele schwarze Schafe unter den Züchtern. Dabei werden die Hündinnen als Gebärmaschinen missbraucht und leben oft in kleinen Zwingern. Welpen aus diesen Qualzuchten sind oft krank, schwach und nicht gut sozialisiert. Reinrassige Welpen kosten ordentlich, oft zwischen 900 und 1500 €, manchmal auch noch deutlich mehr. Deswegen lohnt sich das Geschäft, und je mehr Welpen eine Hündin produziert, desto mehr Profit macht der Züchter. Mit Tierliebe hat das nichts mehr zu tun.

Seriöse Züchter muten ihren Hündinnen in aller Regel nur etwa einen bis maximal drei Würfe im Jahr zu. Die Tiere leben in enger Gemeinschaft mit dem Menschen und sind von klein an an diesen gewohnt. Seriöse Züchter werden dich sicherlich auch danach fragen, welche Lebensbedingungen dein Hund bei dir hat und dir hoffentlich auch davon abraten, einen Border Collie oder einen Australian Shepard anzuschaffen, wenn er viel allein sein würde.

Viel Erfolg bei der Suche!

Wenn du einen Hund halten möchtest, solltest du dir bewusst Zeit nehmen, um dich für ein Tier zu entscheiden. Wenn es kein passendes Tier im Tierheim gibt, findest du vielleicht ein paar Tage oder auch Wochen später eins über eine Kleinanzeige oder Facebook. Nur Mut und Geduld!

Mehr lesen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.