Einen Straßenhund / einen Hund aus dem Ausland adoptieren

Wer einen Hund adoptieren und keinen Welpen vom Züchter möchte, fragt sicher zunächst im örtlichen Tierheim an. Wer sich jedoch online auf die Such macht, stößt sicher früher oder später auf Vermittlungen, die Hunde aus dem Ausland adoptieren, beispielsweise aus Rumänien, dem Balkan, Italien, Griechenland oder auch Spanien und Kanaren. Die Hunde sind zu diesem Zeitpunkt meist noch in ihrem Ursprungsland, und werden erst nach Deutschland gebracht, wenn es hier einen festen Abnehmer gibt.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet …

Was für die Ehe gilt, sollte auch für die Adoption eines Hundes gelten. Adoptionswillige sollten sich mit folgenden Themen auseinandersetzen, bevor sie einen Hund aus dem Ausland adoptieren, ohne diesen vorher gesehen zu haben.

Die Hunde, die vermittelt werden, leben zumindest einige Zeit in „Hundegefängnissen“, und das oft unter miserablen Zuständen. Das heißt, viele dieser Tiere haben schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht und können misstrauisch, verängstigt, verstört oder auch aggressiv sein. Möglicherweise sind sie nicht sozialisiert. Gerade Herdenschutzhunde und deren Mischlinge können dazu sehr dominant auftreten und brauchen Geduld, Liebe, Einfühlungsvermögen und eine konsequente Erziehung.

Zwingerhunde aus dem Ausland sind oft traumatisiert

Wer sich einen solchen Zweingerhund holt, sollte im Vorfeld bedenken, dass es sich um eine „Wundertüte“ handelt. Vielleicht wird es auch mit Geduld, Liebe und Erziehung nicht möglich sein, das Tier ohne Leine laufen zu lassen oder mit in die U-Bahn oder ins Restaurant mitzunehmen. Möglicherweise versteht es sich auch nicht mit Kindern und / oder Katzen. Andere Hunde sind in aller Regel weniger ein Problem, da die Tiere durch das Leben auf der Straße an andere Hunde gewöhnt sind. Größere Hunde aus solchen Zwingern würde ich keinesfalls mit kleinen Kindern zusammenbringen, und wenn es unbedingt sein muss, dann nur unter ständiger Aufsicht!

Diese Hunde sollten nur von erfahrenen Hundebesitzern aufgenommen werden, und das auch nur, wenn ein großer Garten mit Rückzugsmöglichkeiten für den Hund besteht und keine kleinen Kinder im Haus sind. Es kann auch helfen, wenn es bereits einen ruhigen Hund gibt, an dem sich der Neuzugang orientieren kann.

Schwarze Schafe unter den Tierschutzorganisationen

Es gibt sehr viele Tierschutzorganisationen, die Tiere aus dem Ausland vermitteln. Die meisten machen gute Arbeit, leisten auch Hilfe vor Ort und versuchen, durch Kastrationen zu verhindern, dass immer mehr Hunde nachkommen. Leider gibt es aber auch immer wieder schwarze Schafe. So kommt es immer wieder dazu, dass der Hund, der letztendlich in Deutschland ankommt, wenig mit dem aus der Beschreibung gemein hat. Statt einen kinderlieben Schmuser bekommst du dann einen dominanten Herdenschutzhund, der besser mit den Kindern nicht alleingelassen werden sollte. Hier ist es wichtig, sich im Vorfeld mit anderen Hundehaltern auszutauschen und vor allem das Kleingedruckte zu lesen. Es macht keinen Sinn, einen Hund zu behalten, der nicht zu deiner Lebenssituation passt und dessen Bedürfnisse du vielleicht nicht erfüllen kannst.

Einen Hund von der Straße adoptieren

Anders sieht es aus, wenn du im Urlaub einen aufgeschlossenen und zutraulichen Straßenhund kennenlernst und von der Straße weg adoptierst. Ich kenne mehrere Menschen, die einen Hund adoptiert und es nie bereut haben. Die Tiere haben sicherlich auch schon schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht, aber sie waren nicht in einem Zwinger eingesperrt, und das macht wohl den Unterschied. Sie haben gelernt, dass es auch gute Menschen gibt, die ihnen futter geben. Straßenhunde sind oft überraschend gut sozialisiert, sowohl Menschen als auch anderen Hunden gegenüber, sie werden sehr schnell stubenrein (wenn sie es nicht sowieso schon sind) und kommen oft auch mit Kindern und Katzen zurecht. Wenn du also einen Hund findest, der dir freundlich begegnet, ohne ängstlich zu sein, hat dieser durchaus das Potenzial, dein Traumhund zu werden.

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