Spanische Windhunde in Not

Podenco – Symbolbild

Spanische Windhundrassen wie Galgo und Podenco sind aufgrund ihrer Eigenschaften sehr gute und äußerst wendige Jagdhunde. Der spanische Windhund wird daher bevorzugt zur Hasenhatz, aber auch zur Kaninchen- und Wildschweinjagd eingesetzt. In Spanien ist die Jagd mit Hunden ein Volkssport. Viele Tiere werden in großen Rudeln unter miserabelsten Bedingungen gehalten, oft angekettet oder in dunklen Verschlägen, als reines Jagdinstrument zum Benutzen und Wegwerfen. Wird der Hund alt oder taugt er aus anderen Gründen nicht mehr für einen erfolgreichen Einsatz, gewährt man ihm nicht etwa ein Gnadenbrot, sondern entsorgt ihn einfach kurzerhand. Ausgesetzt, überlässt man ihn seinem Schicksal. In manchen Fällen wird ein Tier sogar direkt getötet, wenn es seinen Zweck nicht mehr erfüllt.

Tierquälerei zur Belustigung

Schätzungsweise 170 000 Galgueros besitzen etwa 490 000 Galgos und „entsorgen“ jedes Jahr zwischen 20.000 und 200.000 Hunde. Dies geschieht oft auf eine perfide Art und Weise, die „Klavier spielen“ genannt wird: dabei wird der Hund so an einem Baum aufgehängt, dass das verzweifelte Tier gerade noch mit seinen Pfotenspitzen den Boden berühren kann. Im Versuch, sich zu befreien, schlagen die Spitzen der Hinterläufe dabei auf den Boden. Der Hund spielt quasi, analog zu einem Klavierspieler, in diesem grausigen Ritual sein eigenes Lied vom Tod – zur Belustigung der Jäger. Mit den Tieren wird jährlich ein Umsatz von etwa einer Milliarde Euro umgesetzt; 27000 Arbeitsplätze hängen von den Windhunden ab. Ein in Wettrennen erfolgreicher Galgo kann einen Wert bis zu 30 000 Euro haben. Da die Tiere deswegen oft gestohlen werden, halten manche Züchter ihre wertvollen Exemplare sogar in Bunkern. (Quelle: Die Tierschutzpartei)

Diese Folgen sind fatal für das einzelne Tier, aber auch der Tierschutz in Spanien hat seine liebe Mühe mit dieser Form des Umgangs mit einem lebenden Wesen. Einige Tiere gelangen Gott sei Dank in die Obhut einer unterstützenden Tierschutzorganisation.

In Deutschland gibt es verschiedene Vereine, die notleidende Galgos und Podencos finden, aufpäppeln und in liebevolle Hände vermitteln:

Einen spanischen Windhund halten

Galgos und Podencos sind von Natur aus mit einem (mal mehr, mal weniger ausgeprägtem) Jagdtrieb ausgestattet und jagen nach Sicht. Die Tiere sind sehr sensibel und leiden stark unter einem Besitzerwechsel. Hunde, die direkt aus Spanien kommen, sind häufig traumatisiert und brauchen viel Verständnis, Geduld und Liebe.

Wer sich einen spanischen Windhund halten möchte, sollte dies stets im Hinterkopf behalten.

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