Bioresonanztherapie zur Allergie-Erkennung bei Hunden

Meine Tierschutzhündin Kiki leidet immer wieder an Durchfall, ohne dass sich eine Ursache wie z.B. Würmer oder Giardien nachweisen lässt. Im Rahmen der Recherche, was helfen könnte, stieß ich auf die sogenannte Bioresonanztherapie eines Hundeheilpraktikers. Das Versprechen: anhand einer Fellprobe des Hundes lässt sich analysieren, welche Allergien vorliegen. Das klang zunächst einmal nicht völlig abwegig, zumal folgendes zu lesen war:

Die Bioresonanz macht sich die Physik der Atome zu Nutze. Dazu gibt es eine Wirksamkeitsstudie des Fraunhofer Instituts, nachzulesen bei rayonex.

Klingt erst einmal gut und durchaus wissenschaftlich. Allerdings ist dies die einzige Studie, die behauptet, dass das Verfahren wirksam ist. Kritische Informationen gibt es auf psiram.com.

Vernichtende Kritik u.a. auf Wikipedia

Auch beispielsweise auf Wikipedia ist die Kritik vernichtend. Dort heißt es unter anderem:

Die Bioresonanztherapie ist eine wissenschaftlich nicht belegte, alternativmedizinische Methode, die zur Behandlung diverser Krankheiten dienen soll. Darunter fallen auch Krankheitsbilder, die in der evidenzbasierten Medizin unbekannt sind und im Widerspruch zu grundlegenden Erkenntnissen über die menschliche Physiologie stehen (z.B. „Zuckerallergie“). Einen Nachweis für eine Wirksamkeit, die über Placeboeffekte hinausginge, gibt es nicht.

Verfahren

Zur Messung berührt der Proband über mindestens zwei Elektroden ein Gerät, dessen Funktionsweise von den Herstellern nicht offengelegt wird. Die Hersteller behaupten, dass durch das Verfahren ein elektromagnetisches Feld gemessen werde, das bei jedem Menschen individuell sei und alle biochemischen Vorgänge im Körper steure. Das Auslesen dieses Feldes geschehe über sogenannte „Skalarwellen“, die in der Physik weder bekannt noch je nachgewiesen wurden.

Keine Wirksamkeit!

Einen Wirksamkeitsnachweis gibt es nicht, in der Literatur wird das Verfahren auch als Pseudowissenschaft bezeichnet, ferner führe es „Patienten in die Irre“. Eine große Zahl von wissenschaftlichen Studien konnte zeigen, dass Bioresonanztherapie nicht wirksam zur Allergiebehandlung ist.

Was kann man stattdessen bei Futter-Allergien tun?

Tierheilpraktiker, die Hunde mit Bioresonanztherapie behandelt haben, empfehlen in der Regel einfach ein hochwertigeres Hundefutter, das nur aus wenigen Bestandteilen besteht. Ich habe bei Kiki ebenfalls eine Futterumstellung vorgenommen. Statt Rinti Kennerfleisch mit vielen verschiedenen und nicht klar ausgezeichneten Inhaltsstoffen bekommt sie nun Rinti Sensible aus Lamm und Reis sowie Mera pure sensitive Lamm und Reis. Dazu bekommt sie Leckerli mit nur wenigen Zutaten wie z.B. aus 100% Pferd oder 100% Hühnchen.

Seitdem geht es ihr viel besser. Wenn sie nun dennoch Durchfall hat, liegt das zumeist daran, dass sie draußen etwas gefressen hat (z.B. Meisenknödel) oder neue Leckerli nicht verträgt.

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