Reittherapie

Tiere können heilen helfen. Deswegen ist neben der Delfin- oder der Hundetherapie gerade die Reittherapie sehr sinnvoll.

Reittherapie wird vor allem bei psychischen und psychosomatischen Erkrankungen eingesetzt – beispielsweise bei Autismus oder Down-Syndrom. Reittherapie hilft aber auch bei psychosomatischen Erkrankungen wie Bulimie oder Magersucht. Insbesondere bei Kindern wird die Reittherapie eingesetzt. Der Mensch fühlt sich von Natur aus zu Tieren hingezogen – besonders zu Hunden, Pferden und Delfinen, weil diese dem Menschen das Gefühl eines miteinanders besonders deutlich vermitteln.

Pferde und reiten

Instinktive Verbindung zwischen Mensch und Pferd

Bei der Reittherapie kommt hinzu, dass sich der Mensch ganz besonders eng auf das Pferd einlässt, da er auf dessen Rücken reitet und ihm so ganz besonders nah ist. So fühlen sich insbesondere Kinder bei Pferden besonders sicher und gut aufgehoben. Es ist erstaunlich, welche Fortschritte die Reittherapie bei Kranken bewirken kann.

Pferden kommt bei der Reittherapie die Funktion eines „Eisbrechers“ zu. Das Pferd steht im Mittelpunkt. Insbesondere Kindern hilft es, über den Katalysator Pferd auch mit den Menschen in Verbindung zu treten. Doch auch ältere Menschen empfinden beim Umgang mit Pferden oft Freude.

Nicht nur ausgewachsene Pferde können dabei helfen. Auch viele Ponyrassen können helfen, das Eis zu brechen. Das ist insbesondere wichtig, wenn der Patient Angst vor großen Pferden empfindet. Bei einem kleinen Shetlandpony hingegen sieht die Sache dann wieder ganz anders aus.

Reittherapie als ganzheitliches Training

Die Reittherapie ist ein ganzheitlicher Ansatz. Unter anderem bei psychosomatischen Krankheiten hat sich die Reittherapie bewährt. Magersüchtige zum Beispiel bekommen im Umgang mit dem Pferd ein neues Körpergefühl. Sie lernen, sich gegenüber dem Pferd durchzusetzen und erlangen so unter Anleitung ein stärkeres Selbstvertrauen. Und zugleich lenkt das Reiten sie von den Gedanken ab, die sich ständig um das Essen kreisen.

Therapiepferde

Als Therapiepferde werden gerne Haflinger oder Tinker eingesetzt. Tinker sind oftmals gescheckte, schwere Pferde, die früher vor allem bei Zigeunern beliebt waren. Auch Isländer kommen gerne zum Einsatz. Die Pferde sind in der Regel maximal 1,50 m hoch. Die Pferde sollten besonders ruhig, aber dennoch kontaktfreudig und aufgeschlossen sein. In der Reittherapie geht das Pferd vor dem Therapeuten, da sich dieser auf Höhe des Betroffenen befindet, um sich optimal um diesen kümmern zu können.